Orthopädie Klosterneuburg
Dr. Robert Legenstein MSc
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Stoßwellentherapie

Was sind eigentlich Stoßwellen ?

Überall im Alltag begegnen uns Stoßwellen, bei dem Überschallknall eines Flugzeugs ebenso wie bei einem Silvesterknaller. Physikalisch betrachtet sind Stoßwellen nichts anderes als besonders kurze Schallimpulse von sehr hoher Energie. Da die Stoßwellen von außen in den Körper einwirken, wird die Therapie mit Stoßwellen als „extracorporale Stoßwellentherapie“ (kurz: ESWT) bezeichnet. Seit 22 Jahren wird die Stoßwellen in der Orthopädie in Österreich verwendet.

Wo kann die Stoßwellentherapie helfen?

Angeregt durch diese Erfolge, stellte man in den folgenden Jahren fest, dass die Stoßwellentherapie grundsätzlich geeignet ist auch andere häufige Krankheiten des Bewegungsapparates zu behandeln. Zahllose Operationen am Bewegungsapparat konnten so erfolgreich vermieden werden. Heute gelten folgende Erkrankungen des Bewegungsapparates als wissenschaftlich nachweisbar geeignet für die Therapie mit Stoßwellen.

(Standardindikationen):

  • Die sog. „Tendinosis calcarea“ des Schultergelenkes. Darunter versteht man die akut oder chronisch auftretende sehr schmerzhafte Entzündung der Schultergelenkkapsel, die häufig von Kalkablagerungen begleitet oder hervorgerufen wird. Sehr schmerzhafte Nacht- und Bewegungsschmerzen sowie die Schwierigkeit den Arm seitlich anzuheben sind typische Zeichen der Schulterkapselentzündung, die bis zur Einsteifung des Gelenkes gehen kann.
  • Der sog. „Tennisellbogen“ oder „Mausellbogen“, ihr Arzt spricht von der „radialen Epicondylopathie“, ist eine häufige, sehr schmerzhafte, oft chronisch verlaufende Knochenhautreizung am Ellbogen. Hervorgerufen durch Überbeanspruchung der Sehnenansätze auf der Außenseite des Ellbogens.
  • Als „Fersensporn“ bezeichnet man man oft die Sehnenansatzentzündung unter dem Fersenbein, die der Arzt als „Fasciitis plantaris“ bezeichnet. Die genaue Ursache bleibt oft unklar, Übergewicht und Fußfehlformen spielen häufig eine Rolle. Ein echter Fersensporn kann vorhanden sein, muss es aber nicht. Typisch für die Fasciitis plantaris sind heftige Schmerzen beim Auftritt auf die Ferse, insbesondere am Morgen, nach Ruhephasen oder starken Belastungen. Oft sind die Beschwerden so intensiv, dass die Patienten nur noch mit Gehstützen laufen können. Helfen Einlagen oder Schuhzurichtungen nicht, bleibt eine entzündungshemmende Therapie ohne Erfolg, hilft meist die Stoßwellentherapie.
  • Ein ähnliches Krankheitsbild ist die „Achillodynie“, ein sehr schmerzhafter entzündlicher Reizzustand der Achillessehne am hinteren Fersenbein oder in der Sehne selbst. Oft geht die Sehnenentzündung mit lokalen Kalkeinlagerungen oder spornartigen Ausziehungen des Fersenbeins einher. Lokale Druckschmerzen und belastungsabhängige Schmerzen der Sehne sind typische Symptome.
  • Das „Trochanter-Schmerzsyndrom“, oft auch als „Trochanterbursitis“ bezeichnet, ist eine schmerzhafte Sehnenansatzreizung, körpernah am seitlichen Oberschenkel. Lokale Druckschmerzen und nächtliche Schmerzen führen zur Diagnose, wobei eine Ischialgie oder eine Erkrankung des Hüftgelenkes selbst ausgeschlossen werden müssen. Auch hier ist die ESWT eine risikolose Alternative zu invasiven Behandlungsmethoden, Kortisonspritzen oder einer Operation.
  • Als „klassische“ Anwendung mit sehr guten Erfolgsaussichten gilt auch der schon erwähnte nicht heilende Knochenbruch, die sog. „Pseudarthrose“. Meist tritt er als Unfallfolge, oft auch nach Operationen oder als Folge eines Ermüdungsbruches (Marschfraktur) auf.
  • Gute Behandlungsansätze mittels Stoßwellentherapie haben sich auch bei Erkrankungen ergeben, die auf lokale Durchblutungsstörungen im Knochen zurückzuführen sind. Zu nennen wären hier insbesondere die „Femurkopfnekrose“ mit Zerstörung des Hüftkopfes. Eine weitere Erkrankung ähnlicher Art ist die „Osteochondrosis dissecans“, eine umgrenzte Zerstörung von Knochengewebe unmittelbar unter dem Knorpelüberzug großer Gelenke. Dieses Krankheitsbild tritt vorzugsweise bei jungen Menschen, im Kniegelenk oder im Sprunggelenk auf, die genaue Ursache ist unbekannt. Es konnte gezeigt werden, dass die Stoßwellentherapie auch bei diesen schwerwiegenden Krankheiten eine Alternative zur operativen Behandlung darstellt, wenn die Krankheit nicht zu weit fortgeschritten ist.
  • Erwähnenswert ist auch die Behandlung der kranken Muskelverspannung, die oft auch als „Myogelose“, „Triggerpunkt“ oder „Myofasciales Schmerzsyndrom“ bezeichnet wird. Mit einer besonderen Technik der ESWT kann der erfahrene Arzt die oft chronischen muskulären Verspannungen lösen und die Schmerzen lindern bzw. beseitigen und so die medikamentöse Behandlung mit Injektionen, Medikamenten und Physiotherapie ergänzen oder ersetzen.

EvoCell

Besonders hervorzuheben ist dafür meine neue niederenergetische Ganzkörperliege EvoCell für 25 Euro pro Behandlungseinheit (Serie 2x/ Woche für 5 Wochen- danach 1x/ Monat!), die besonders bei chronischen Wirbelsäulenbeschwerden erfolgreich angewendet wird. Abschließend seien noch einige Anwendungen genannt, die sich zum Teil noch in der klinischen Erprobung befinden, jedoch vielversprechende Ergebnisse zeigen. Beispielhaft sei hier die Behandlung von Verbrennungen, Hauttransplantationen und Wundheilungsstörungen z.B. beim Ulcus cruris (sog. offenes Bein) genannt.

Die Durchführung der ESWT!

Nur die sorgfältige Diagnostik führt zu einem sinnvollen Einsatz der therapeutischen Mittel, einschließlich der ESWT. Wobei selbstverständlich klassische Behandlungsmethoden wie Physiotherapie, Krankengymnastik, Medikamente etc. Berücksichtigung finden und der ESWT vorausgehen oder diese begleiten können. Die Stoßwellenbehandlung erfolgt, nachdem der krankhafte Bezirk durch Ultraschall, Röntgen oder klinische Untersuchung genau geortet ist. Der Schallkopf des Stoßwellengerätes wird exakt auf den betroffenen Bezirk eingestellt und das Gebiet mit Stoßwellen „beschossen“. Mit meiner Piezo Wave 2 der Fa. Wolf werden 2000 Stoßwellen pro Behandlungseinheit abgegeben. Im allgemeinen sind bis zu drei Behandlungen erforderlich. Nur in seltenen Fällen kommt es zu einer vierten oder fünften Sitzung. Nur die Behandlung von Triggerpunkten bzw. Myogelosen erfordert meist eine häufigere Anwendung. Bei Behandlungen mit geringerer Energie z.B. am Ellbogen, am Trochanter, bei der Achillodynie bzw. an der Ferse, ist eine örtliche Betäubung weder notwendig noch sinnvoll. Das gleiche gilt für die Behandlung von Triggerpunkten bzw. Myogelosen.

Wie erfolgreich ist die ESWT ? Welche Komplikationen treten auf?

Bei den Standardindikationen hat die ESWT ihre Wirksamkeit wissenschaftlich in zahlreichen Studien national und international nachgewiesen. Je nach Krankheitsbild und Studie konnten bis zu 80 % gute und sehr gute Erfolge erreicht werden. Die häufig gestellte Frage nach möglichen Nebenwirkungen kann getrost verneint werden. In seltenen Fällen sind lokale Blutergüsse oder eine kurzzeitige Verstärkung des Schmerzes beobachtet worden, andere Komplikationen wurden bisher nicht beschrieben. Die Kombination aus hoher Wirksamkeit und weitgehender Nebenwirkungsfreiheit berechtigt uns die ESWT frühzeitig als Therapiemöglichkeit zu empfehlen.

Stoßwellentherapie und ihre Kosten !

Die hochenergetische Stoßwellentherapie lässt sich nur mit ärztlichem und teurem apparativen Aufwand durchführen. Die Stoßwellentherapie wird nur von den kleinen Krankenkassen ( z.B. BVA, SVA..) größtenteils übernommen. Eine Therapieeinheit kostet 150 Euro. Eine bezahlte Honorarnote wird bei der Krankenkasse eingereicht und eine teilweise Kostenrückerstattung erfolgt danach. GKK übernehmen meist keine Kosten!